Wo unterstützt die Kirche Massentierhaltung?
Tierfabriken auf Kirchenland, Bratwurst aus schlimmster Massentierhaltung beim Gemeindefest, fehlende Mindeststandards gegen Tierleid in kirchlichen Kantinen: Die neue Hinweis-Plattform ChurchLeaks.de sucht Insiderwissen zur Rolle der Kirchen bei der Massentierhaltung.
Berlin, 04.08.26 – Die evangelische und die katholische Kirche verfügen über einige der größten landwirtschaftlich genutzten Flächenbestände in Deutschland. Wird Kirchenland systematisch an Betriebe mit intensiver Tierhaltung verpachtet? Nehmen die Kirchen Tierleid auf ihren Flächen zugunsten wirtschaftlicher Interessen in Kauf? Gelten für Gemeindefeste und kirchliche Einrichtungen verbindliche Standards beim Einkauf von Fleisch, Milch und Eiern? Auf diese Fragen geben die Kirchen bislang nur selten Antworten.
Die neue Hinweis-Plattform »ChurchLeaks.de« der Initiative »Will-Kirche-Tierschutz.de« will diese undurchsichtigen Strukturen innerhalb der Kirchen transparenter machen. Dafür sucht die Plattform Beschäftigte, Ehrenamtliche und andere Menschen mit Einblicken in kirchliche Strukturen, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen teilen möchten – auf Wunsch vertraulich und anonym. Zur Übermittlung von Hinweisen stehen auf ChurchLeaks.de ab sofort mehrere Kontaktwege zur Verfügung, darunter auch verschlüsselte Kommunikationsmöglichkeiten.
ChurchLeaks sammelt Hinweise zur Verpachtung kirchlicher Flächen, zu Beschaffungsrichtlinien für Tierprodukte und zu möglichen Widersprüchen zwischen dem kirchlichen Anspruch auf Schöpfungsverantwortung und der tatsächlichen Praxis.
»Seit zweieinhalb Jahren hören wir bei unseren Gesprächen immer wieder denselben Satz: ›Ich könnte euch so viel erzählen, was hier in der Kirche wirklich passiert.‹ Mit ChurchLeaks bieten wir nun eine sichere Möglichkeit, solche Hinweise vertraulich weiterzugeben«, erklärt Nicolas Thun, Pressesprecher der Initiative.
»Die Hinweise sollen uns dabei unterstützen, mögliche Missstände zu recherchieren, weitere journalistische Recherchen anzustoßen und die Kirche an ihren eigenen ethischen Anspruch zu erinnern«, so Nicolas Thun weiter.
Dabei legt die Plattform großen Wert auf die Einhaltung geltenden Rechts: ChurchLeaks ruft ausdrücklich nicht zur illegalen Beschaffung von Dokumenten auf. Im Mittelpunkt stehen eigene Beobachtungen, öffentlich zugängliche Informationen, rechtmäßig erlangte interne Kenntnisse sowie die Erfahrungen von Menschen, die sich in ihren Gemeinden für Veränderungen einsetzen und dabei immer wieder auf Widerstände stoßen.
Ganz im Sinne des Neuen Testaments vertraut die Initiative darauf, dass Transparenz der erste Schritt zur Besserung ist:
»Nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was nicht bekannt werden wird.« – Lukas 12,2–3
»ChurchLeaks« bietet Menschen, die Missstände beobachten und benennen, die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen und sich dafür einzusetzen, dass kirchliche Werte auch im Umgang mit Tieren praktisch umgesetzt werden.
