Will Kirche Tierschutz? 14-tägiges Aktions- und Dialogcamp für Tierschutz vor der Gedächtniskirche mit abschließender Menschenkette

Mit einem nachgebauten Bethlehemstall – einer 2,50 m großen Jesusfigur zwischen Schweinen im Kastenstand und auf Strohballen – symbolisieren Aktive den Widerspruch, in dem sich die Kirche beim Tierschutz befindet. Dafür campieren sie 14 Tage lang (vom 12. bis zum 26. Oktober) direkt vor der Gedächtniskirche. Sie rufen zum Dialog auf und wollen Antworten erhalten, wo die 47 Bistümer und Landeskirchen Massentierhaltung durch ihr Einkaufsverhalten und ihre Landverpachtung unterstützen.

Die Initiative Will-Kirche-Tierschutz.de untersucht, welche Mindeststandards beim Einkauf von Tierprodukten in der Kirche gelten: bei der Verpflegung von Bischöf*innen und ihren Delegierten auf den Synoden, auf Gemeindefesten und in kirchlichen Einrichtungen.

Nun sollen die Antworten zu den Mindeststandards der Synoden mit Nachdruck eingefordert werden. Auch ausbleibende Antworten werden dokumentiert. Die Ergebnisse werden am 24.10.2026 im Rahmen einer Menschenkette um die Gedächtniskirche präsentiert.

Kein Fleisch aus 1, 2, 3. Hin zu 4 und 5 – und veganen Optionen

So lautet bezogen auf die Haltungsformen die zentrale Forderung der Initiative. Gerade bei den anstehenden Herbst-Synoden der Bistümer und Landeskirchen erwartet die Initiative ein wichtiges Zeichen. Bei der Essensversorgung sollen dort die Mindeststandards der Haltungsformen 4 und 5 umgesetzt werden, die Auslauf und Weide garantieren. Ebenso gehört ein konsequent veganes Angebot dazu.

»Wer Mitgefühl mit Tieren predigt, kann auf seinen Synoden und Zentralversammlungen nicht Produkte aus schlimmster Massentierhaltung servieren. Das ist eine Kernforderung unseres Aktions- und Dialogcamps«, so Carsten Halmanseder von der Initiative Will-Kirche-Tierschutz.de.

Gemeinsam mit den Kirchengemeinden möchte Will-Kirche-Tierschutz.de diese Mindeststandards auch für Gemeindefeste als Maßstab etablieren. Mit dem Projekt Tierschutz-Kirchen-Map.de (Launch Ende Oktober) will die Initiative diesbezüglich sowohl negative Beispiele als auch Leuchtturmprojekte aufzeigen.

»Wir sind nicht gegen die Kirche. Wir sind gegen Tierleid«, sagt Nicolas Thun, ebenfalls von Will-Kirche-Tierschutz.de. »Einige Kirchen und Gemeinden sind beim Tierschutz schon deutlich weiter als andere. Diese Unterschiede wollen wir sichtbar machen«, so Thun weiter.

Neben der Verpflegung in kirchlichen Einrichtungen wie etwa bei Caritas und Diakonie geht es beim Camp auch um die Verpachtung von Kirchenland. Die Initiative will Transparenz darüber schaffen, wo auf kirchlichen Flächen schlimmste Massentierhaltung stattfindet und welche Tierschutzkriterien bei der Vergabe von Flächen gelten.

Veranstaltungsabend in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde und weitere Aktionen

Am 13. Oktober um 19:30 Uhr ist Nicolas Thun außerdem zu einem Veranstaltungsabend in der Evangelischen Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Berlin zu Gast. Das Thema der Veranstaltung lautet: »Will Kirche Tierschutz?« Die Veranstaltung findet auf Einladung von Pfarrer Burkhard Bornemann statt.

Vom Protest auf dem Breitscheidplatz geht es damit direkt in den kirchlichen Dialog. Mit Pfarrer Bornemann, selbst ein großer Tierfreund, hat die Initiative einen Gastgeber gefunden, dem das Wohl von Tieren persönlich am Herzen liegt. Gemeinsam soll darüber gesprochen werden, wie sich mehr Tierschutz im kirchlichen Alltag verwirklichen lässt.

Termine im Überblick

Der gesamte Verlauf des Aktions- und Dialogcamps wird darüber hinaus von verschiedenen kreativen Tagesaktionen begleitet. »Alle sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, mit uns in den Austausch zu gehen und mitzumachen – ganz unabhängig von Religions- oder Kirchenzugehörigkeit«, so Nicolas Thun.

12.–26. Oktober 2026

  • Aktions- und Dialogcamp, Breitscheidplatz vor der Gedächtniskirche, rund um die Uhr besetzt.
  • Start: Montag, 12. Oktober 2026, um 12 Uhr

13. Oktober 2026, 19:30 Uhr

  • Gespräch mit Nicolas Thun, Evangelische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde
  • Zwölf-Apostel-Pfarrhaus, An der Apostelkirche 3, 10783 Berlin

24. Oktober 2026, 12–14 Uhr

  • Menschenkette um die Gedächtniskirche