Die Verpflegung auf der Deutschen Bischofskonferenz – zwischen Massentierhaltung und Bio

Vollversammlung der Bischöfe verweigert klare Standards für Tierprodukte bei der Essensversorgung.

Pressemitteilung vom 20.02.2026

Würzburg/Berlin – Die Katholische Kirche in Deutschland hat jahrelang lautstark für die Haltungsform-Kennzeichnung geworben und mehr Transparenz bei Tierprodukten gefordert. Doch ausgerechnet zur Bischofskonferenz bleibt sie auffallend wortkarg. Zeit, auf die Teller der Bischöfe zu schauen und nachzufragen, welche Tierschutzstandards bei der Verpflegung ihrer Vollversammlung eingehalten werden.

Auf konkrete Fragen nach verbindlichen Mindeststandards beim Catering der Vollversammlung für Fleisch, Fisch und Milchprodukte verweist die Pressestelle der Bischofskonferenz auf Bio-Milch und Bio-Eier sowie vegetarische/vegane Optionen. Zu Mindeststandards für Fleisch und Wurst positioniert sie sich hingegen nicht.  

Der Veranstaltungsort, das Burkardushaus des Bischöflichen Ordinariats Würzburg, bietet standardmäßig eine Reihe von »Menü- & Buffetbeispielen« für Veranstaltungen an. Lediglich bei zwei der insgesamt 19 Hauptspeisen der verschiedenen Menüs wird die Fleischherkunft als Bio deklariert – bei 17 nicht. Darüber hinaus werden nach Kenntnis der Initiative Will-Kirche-Tierschutz.de keine konkreten Mindeststandards für Tierprodukte durch das Burkardushaus eingehalten.

»Wer Transparenz fordert, darf sie beim eigenen Teller nicht verweigern«, sagt Carsten Halmanseder von Will-Kirche-Tierschutz.de. »Solange keine verbindlichen Standards gelten, kann Fleisch aus schlimmster Massentierhaltung auf dem Buffet der Bischofskonferenz landen. Das ist mehr als ein Detail – es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit.«

Die Initiative fordert, dass sich sämtliche Landeskirchen, Bistümer und kirchlichen Einrichtungen Mindeststandards für Tierprodukte auf dem Niveau der Haltungsform-Kennzeichnung 4 (konventionell) bzw. 5 (Bio) geben und für eine Umsetzung bis 2030 sorgen sowie zudem den Konsum bzw. das Angebot von Tierprodukten soweit wie möglich einschränken und stattdessen konsequent vegane Alternativen anbieten. Um Transparenz zu schaffen, wie sich einzelne Bistümer und Landeskirchen positionieren, hat die Initiative das Tierschutz-Kirchen-Ranking ins Leben gerufen und baut dieses beständig aus.